|
Tunnelauskleidung mit Fertigteilen
Im U-Bahn- und
Eisenbahn- Tunnelbau setzt sich zunehmend der Einsatz von
Tunnelbohrmaschinen durch. Diese überdimensionalen „Bohrmaschinen“
stellen den Tunnelquerschnitt eines U-Bahn- oder Eisenbahn- Tunnels in
einem Zug her. Diese Maschinen bestehen aus einer Schildkonstruktion
aus Stahl, welche an der Vorderseite den so genannten Bohrkopf
beherbergt und welche im hinteren Bereich den Einbau der
Tunnelauskleidung gestattet. Auf diese Weise verlässt die
Tunnelbohrmaschine eine weitestgehend fertige Tunnelröhre. Diese
Tunnelröhre wird vorzugsweise aus Fertigteilelementen, so genannten
„Tübbingen“ zusammengesetzt.
„Tübbinge“
sind also Fertigteilelemente aus Stahlbeton, welche in einer
Fertigteilfabrik vorgefertigt werden und auf der Baustelle rasch und
in hoher Qualität zu einer Tunnelröhre, der so genannten
„Tübbingauskleidung“ zusammengesetzt werden können.
Diese Bauweise hat den
Vorteil, dass Bauteile hoher Qualität im Schutze des Schildes der
Tunnelbohrmaschine eingebaut werden können und dass unmittelbar beim
Verlassen der Maschine eine vollwertige Stützung des Gebirges
gewährleistet ist. Ein weiterer, nicht minder wesentlicher Vorteil
liegt in der großen Arbeitsplatzsicherheit und in der
Arbeitsplatzhygiene dieser Bauweise, da die Tunnelaukleidung nicht
erst vor Ort von den Arbeitern gebaut werden muss, sondern aus
vorgefertigten Elementen einfach zusammengesetzt werden kann, was
wiederum mit mechanischen Hilfen geschieht, sodass keine Schwerarbeit
anfällt und die Unfallgefahr stark herabgesetzt ist.
Die Tübbinge werden, wie erwähnt, in
einer Fertigteilfabrik gefertigt und je nach Bedarf an die Baustelle
geliefert. Dort werden sie auf spezielle Transportfahrzeuge verladen,
welche sie in den Tunnel bringen, wo sie von einem Kran übernommen
werden, der sie zum Schild der Tunnelbohrmaschine befördert. Im Schutz
des Schildes der Tunnelbohrmaschine werden sie von einer Tübbing-
Versetzeinrichtung, dem so genannten „Erektor“, aufgegriffen und zu
einem Tübbingring zusammengebaut. Im Fall der Tübbingauskleidung
Perschling besteht ein solcher Ring aus 6 Fertigteilen, den beiden
Sohltübbingen, den beiden Ulmtübbingen, dem Firsttübbing und dem
Sohlstein. Ein solcher Ring ist 1,80m breit und wiegt insgesamt 64
Tonnen. Sobald der Ring fertig gebaut ist, wird er mittels
Vorschubpressen aus dem Schild hinausgeschoben, während sich die
Maschine um eben diese Ringbreite weiter in den Berg bohrt. Da der
Tübbingring im Schutze des Schildmantels gebaut werden muss, muss er
kleiner sein als der gebohrte Tunnel. Um zu gewährleisten, dass sich
das Gebirge möglichst rasch auf die Tübbingauskleidung abstützen kann,
wird der „Ringspalt“ zwischen Tübbingring und Gebirge mittels Mörtel
und Kies verfüllt und die Röhre kann ihre Stützfunktion übernehmen.
Schaubild Tübbingring |